News aus dem Deutschen Theater

    „Wir haben uns in den Klang des Wortes verliebt“

    Stefan Leonhardsberger und die Pompfüneberer – Warte mal from Deutsches Theater München on Vimeo.

    Mit seinem Projekt Austria 4+ - einer Hommage an den Austropop und dessen Gründungsväter – war er vor kurzem bereits im Silbersaal zu Gast. Am kommenden Samstag steht er dort nun mit dem Bandprojekt Stefan Leonhardsberger & die Pompfüneberer auf der Bühne. Wir haben den Schauspieler und Sänger kurz davor noch zum Interview getroffen. 

    Mit der Band Austria 4+ bringst Du ja eine Hommage an den Austropop und seine Gründungsväter auf die Bühne. Inwieweit ist Dein eigenes Projekt, Stefan Leonhardsberger & die Pompfüneberer mit dem ihr eigene Songs präsentiert, von diesen Künstlern beeinflusst? 

    Mit Austria4+ konnte ich die Großen des Astropop wie Georg Danzer, Wolfgang Ambros oder Ludwig Hirsch genau kennen lernen und wahrscheinlich beeinflussen sie meine Arbeit mehr als ich selber weiß. Gewisse Melodien oder Texte sind wahrscheinlich schon in meine DNA übergegangen, dass ich sie schon als einen Teil von mir selbst betrachte. Als wir aber mit der Arbeit an dem Bandprojekt Stefan Leonhardsberger & die Pompfüneberer begonnen haben, war es mein Ziel etwas Eigenständiges zu schaffen, unsere eigene Farbe, unsere eigenen Geschichten zu entwickeln. 

    Würdest Du Pompfüneberer als Austropop bezeichnen oder vielleicht sogar als Austropop 2.0?

    Ich würde den Begriff Austro Folk vorziehen. 

    Was ist eigentlich das Besondere am Austropop, dass er sich als eigenes Genre etablieren konnte?

    Künstler funktionieren ja oft wie ein Sprachrohr für die Gesellschaft. Als Wolfgang Ambros mit dem Hofer rauskam, einer sozialkritischen Nummer, die es auf Platz eins der österreichischen Charts schaffte, löste das einen kreativen Flächenbrand aus. Es gab vielen anderen Künstler Mut, selbstbewusst ihre eigenen Geschichten zu erzählen und das in ihrer eignen Sprache oder, besser gesagt, in ihrem eigenen Dialekt. Dass daraus so viele Bands entstanden sind, kann man nicht planen, das muss man einfach als einen Glücksfall bezeichnen.  

    Im Moment erfährt der Austropop ja eine unglaublich große Beliebtheit, was man an zahlreichen Tribute-Formationen sehen kann, die teilweise auch große Hallen füllen. Hast Du dafür eine Erklärung?

    Wenn wir mit Austria4+ unterwegs sind, so erlebe ich, dass die Leute daran ihre eigenen persönlichen Erinnerungen knüpfen, die bis in ihre Jugend zurückreichen. Auf ein Austria 4+ Konzert zu gehen ist wie eine Reise in die Vergangenheit zu unternehmen. 

    Du bist ja „eigentlich“ Schauspieler, machst aber seit geraumer Zeit immer mehr auch als Sänger und Musiker auf Dich aufmerksam. Wie kam es dazu?

    Da war kein großer Plan dahinter. Gerade als junger Schauspieler musst du schauen, wo du bleibst, und in einer Dürrephase, als das Telefon nicht klingelte, habe ich gesagt, ich nehme mein Schicksal selber in die Hand und da habe ich gemeinsam mit dem Autor Paul Klambauer und dem Musiker Martin Schmid den Liederabend „Da Billi Jean is ned mei Bua“ entwickelt. Dass wir damit so viel Aufmerksamkeit auf uns ziehen, war nicht geplant. Ich denke so entwickeln sich Künstlerlaufbahnen. Du musst dich reinhauen, aber vieles hat man nicht in der Hand. 

    Ist „Da Billi Jean is ned mei Bua“ eigentlich auch Austropop auf eine gewisse Art und Weise?

    In gewisser Weise ja, denn im Astropop hat der Humor auf jeden Fall Platz, besonders Reinhard Fendrich hat viele humorvolle Nummern geschrieben, bestes Beispiel ist da „Strada del Sole“. Ich würde „Billi Jean“ dann doch als Musikkabarett verstehen, aber genau genommen ist die Kategorie nicht so wichtig, Hauptsache der Abend ist gut. 

    Was bedeutet eigentlich Pompfüneberer und warum habt Ihr das Projekt so genannt?

    Als Pompfüneberer bezeichnet man in Wien die uniformierten Bestatter. Wir haben uns in den Klang des Wortes verliebt, ohne dass wir jetzt Bestattungsmusik machen. Unsere Songs sind viel mehr eine Ode an das Leben, der Tod soll uns nur daran erinnern, dass wir nicht ewig leben, und uns somit an den Wert des Lebens erinnern. 

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