News aus dem deutschen Theater
04.03.2026

Anekdoten aus dem Rock-Nähkästchen
Herbert „Herbi“ Hauke ist nicht nur ein leidenschaftlicher Sammler, wenn es um Artefakte der Rock- und Pop-Geschichte geht, sondern war auch Direktor des höchsten Rockmuseums der Welt auf 191 Metern im Münchner Olympiaturm. Seit der Schließung des Museums hat er die Kulturlandschaft der Stadt mit unterschiedlichen Themen-Ausstellung über die Beatles, Tina Turner und viele mehr bereichert. Zudem ist er Mitbegründer der Online-Plattform Munich City of Music. Anlässlich einiger Tribute-Shows in unserem Programm schreibt Herbert Hauke nun auch als Gastautor hier in unserem Newsblog über spezielle Sammlerstücke und die oft kuriosen Geschichten dahinter. Im Vorfeld von Beat It!, die von 17. bis 21. März bei uns zu sehen ist, geht es um ein Kopfkissen von Michael Jackson. Auf der Seite findet man zudem zwei Aufnahmen von einem Auftritt des King of Pop bei seinem Auftritt in München, die der Fotograf Michael Heeg der Sammlung von Herbert Hauke vererbt hat.

Gastautor Herbert Hauke
(Foto: Sigi Müller)
I Love You – Good Night
Die einen sind Jäger, die anderen Sammler, heißt es. Ich würde sagen: Auf mich trifft beides zu. Und mit diesen beiden Eigenschaften habe ich im Laufe von Jahrzehnten eine Sammlung von Rockmemorabilia zusammengetragen, die Tausende von Exponaten umfasst. Handsignierte Gitarren, Bühnenkostüme, Verträge, Fotos, Dokumente und allerlei skurrile andere Zeugnisse der Rock & Pop- Geschichte sind da zusammengekommen. Und hinter jedem Stück verbirgt sich natürlich eine Geschichte. Am schönsten sind die, wenn sie auch noch einen Bezug zu meiner geliebten Heimatstadt München haben. Wie eine Hotelanmeldung von Jimi Hendrix, Schriftstücke von Freddie Mercury aus den Musicland Studios oder Tickets legendärer Konzerte u.a. der Beatles 1966 in München.
Entsprechend elektrisiert war ich denn auch, als ich 2009 folgenden Anruf erhielt. In der Leitung war eine Frau, die mich um einen Termin bat, um mir ein besonderes Andenken an den Aufenthalt von Michael Jackson in München im Jahr 1999 für das Rockmuseum anzubieten. Beim Treffen in einem Café präsentierte sie mir dann zu meinem Erstaunen ein Kopfkissen, das auf den ersten Blick nichts Besonders war. Allerdings muss man Dinge wie so oft im Leben von beiden Seiten betrachten. Denn auf der Rückseite des Kissenbezugs stand in großen Lettern zu lesen: I Love You Good Night Michael Jackson. Wow, dachte ich. Dieses besonders Stück hat sicher auch eine besondere Geschichte, die mir die Frau dann natürlich erzählt hat.


Fotos: Archiv Herbert Hauke / Michael Heeg
Das Kopfkissen des King of Pop
Mit vielen anderen glühenden Verehrerinnen hatte sie sich am Nachmittag vor dem Bayerischen Hof am Promenadeplatz eingefunden – in der Hoffnung, den Star mit „Michael, Michael“-Rufen ans Fenster der Präsidenten Suite zu locken. Und siehe da: Der Wunsch ging in Erfüllung. Plötzlich stand der Pop-Messias da. Aber damit nicht genug. Quasi wie ein Geschenk des Himmels segelte das besagte Kopfkissen auf die selige Fangemeinde herab und fiel in die Arme der glücklichen Frau. Nun ist das mit der glühenden Verehrung ja so, dass sie im Laufe der Jahre und mit zunehmendem Alter abnehmen kann. Und gepaart mit dem Wunsch nach etwas Geld für eine private Anschaffung führte diese Tatsache schließlich nach zehn Jahren zu dem Anruf bei mir. Denn die Frau war der Meinung: Wenn dieses Kissen irgendwo hingehört, dann ins Rockmuseum.
Natürlich wurden wir uns einig. Also fast. Denn am Ende fiel ihr die Trennung dann doch nicht ganz so leicht wie gedacht. Also einigten wir uns auf einen Kompromiss. Ich bekam für meine Sammlung den Bezug, auf den Michael geschrieben hatte. Das Kissen selbst behielt die Frau dann doch noch als Erinnerung. Fan bleibt eben doch Fan! Viele Jahre konnten sich danach die Besucher des Rockmuseums an diesem besonderen Exponat und an der wundervollen Geschichte dahinter erfreuen. Nach der Schließung des Museums vor einigen Jahren ging das wertvolle Stück in die Sammlung von Chris Dittmar über. Das Einverständnis der ehemaligen Besitzerin dafür habe ich mir natürlich davor eingeholt.

