Geschichte

  • Theatersaal Deutsches Theater München

  • Weißwurstkeller Deutsches Theater München

  • Ballsaison im Deutschen Theater München

  • Blick von der Bühne im Deutschen Theater München

  • Bühne nach der Wiedereröffnung im Deutschen Theater München

  • Dinnertheater im Deutschen Theater München

  • Faschingsdekorierung im Deutschen Theater München

  • Foyer Deutsches Theater München

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© Deutsches Theater München

Von der Wiedereröffnung bis zur ersten Sanierung

1951 öffnet sich nach notdürftiger Renovierung wieder der Vorhang zum “Traumland der Revue”. Johannes Heesters, Marika Rökk, Hans Moser und Zarah Leander lauten zu dieser Zeit die Namen der Publikumslieblinge, die Wolz auf die Bühne des Deutschen Theaters holte.

Im Jahr 1961 übernimmt Dr. Kurt Plapperer, der bereits seit 1951 am Theater beschäftigt ist, den Posten als Ko-Direktor an der Seite von Paul Wolz. Er prägt die Zukunft des Theaters entscheidend mit. Denn im selben Jahr erobert mit der “West Side Story” das Musical die Bühne des Deutschen Theaters und feiert sensationelle Triumphe. Die Gattung “Musical” ist den Deutschen, die durch den Krieg von der internationalen Entwicklung des Musiktheaters abgeschnitten waren, weitestgehend unbekannt. Das Deutsche Theater öffnet den Münchnern erstmals ein Fenster zum New Yorker Broadway und mit ihm zur ganzen Welt.

Daneben finden aber auch Veranstaltungen wie Olf Fischers “Komödienstadel” ihre Heimat in der Schwanthalerstraße: Die großen Volksschauspieler wie Beppo Brem, Erni Singerl und Maxl Graf gastieren in diesem Rahmen regelmäßig am Deutschen Theater.

Nach dem Ausscheiden von Paul Wolz übernimmt 1965 Dr. Kurt Plapperer als Pächter die alleinige Direktion des Deutschen Theaters und finanziert das Haus bis zu seinem Abschied aus seinen privaten Mitteln. Das Deutsche Theater ist somit der letzte Familienbetrieb dieser Größenordnung in Deutschland – in fast ununterbrochener Abfolge seit den Zeiten von Hans Gruß. Neben Gastspielauftritten von Showgrößen wie Harald Juhnke oder Marcel Marceau und Aufführungen von Musicals und Balletten finden alljährlich die “Theaterwochen” statt, in deren Rahmen die großen Klassiker des Sprechtheaters wie beispielsweise “Hamlet” mit Maximilian Schell in der Titelrolle aufgeführt werden.

Udo Jürgens
("Leave a Little Love", 1983)

Zum Jahreswechsel 1983/84 ließ das Deutsche Theater mit einem ganz besonderen Star die Korken knallen: Udo Jürgens, der „Star des Jahres“ 1984, war gemeinsam mit dem Pepe-Lienhard-Show-Orchester, mit einer großen Silvester Gala Show zu Gast im Deutschen Theater. In diesem Jahr brach Udo Jürgens mit seiner Tournee „Leave a Little Love“ sämtliche Rekorde. Über 400.000 Besucher in 123 Konzerten sprechen für sich.
Die Tournee und die dazugehörige Schallplatte waren zudem Udo Jürgens' erste Zusammenarbeit mit dem Pepe-Lienhard-Show-Orchester, der noch viele weitere gemeinsame Erfolge folgten.

1977 entschließt sich der Stadtrat, das renovierungsbedürftige Theater zu sanieren (Architekt: Reinhard Riemerschmid). Aus den ursprünglich veranschlagten 6 Monaten Bauzeit werden 5 Jahre, eine erhebliche Kostenexplosion (54 statt ursprünglich geplanter drei Millionen Mark) und scharfe Kritik der Münchner Presse gibt es obendrauf. 1982 übernimmt die Stadt, da sich kein geeigneter privater Betreiber finden ließ, die “Deutsche Theater München Betriebs GmbH”. Das Grundstück und Gebäude verwaltet die “Deutsche Theater Grund- und Hausbesitz GmbH”, ebenfalls Tochter der Stadt München. Geschäftsführer Heiko Plapperer-Lüthgarth – von Kindesbeinen an vertraut mit dem Theaterbetrieb – leitet das Theater und gibt die Bühne frei für ein vielseitiges Programm mit den Schwerpunkten Musical, Entertainment, Show, Ballett, Tanztheater, Operette – jährlich unterbrochen von der Ballsaison mit illustren Gesellschaftsfesten und rauschenden Kostümbällen. Eine internationale Sensation ist 1993 der erste Europaauftritt des Illusionsgenies David Copperfield.